Wie oft erlauben Sie sich, das Tempo Ihres Lebens in Frage zu stellen?  Auch wenn Schnell-Sein in den Augen des Mainstreams eher positiv ist, schneiden wir uns damit nicht auch ab von uns selbst, von der Welt und unserer inneren Weisheit?  Wenn ich vom „inneren Gaspedal“ gehe und mir erlaube, mehr bei mir und in mir anzukommen, lande ich zeitgleich mehr in der Verbundenheit mit allem. In dieser Verbundenheit eröffnen sich uns neue Erfahrungs- und Beziehungsräume.

Mehr Raum im Innen und im Außen

Wie auch schon in anderen Blogartikeln der Social Architect Website beschrieben, ist es maßgeblich, dass wir uns erden und unsere physische Präsenz bewusst ausfüllen. Um den subtilen Raum zwischen mir und dem anderen zu erfahren, ist es unerlässlich, dass ich bewusst das Steuer und Gaspedal meines Lebens in der Hand und „im Fuß“ habe. Wenn ich mich absichtsvoll in meinem physischen Körper verankere und verorte, kann ich überhaupt erst mit all meinen Sinnen die Welt um mich herum auf- und wahrnehmen.  Automatisch komme ich dann ganz im Hier und Jetzt an.

Nun ist eine „Begegnung der dritten Art“ möglich.  Wenn eine Gruppe von Menschen in einem bewussten präsenten Raum aus dieser inneren Verankerung heraus in Dialog, in Beziehung untereinander geht – mit offenem Herzen, offenem Denken und Fühlen -, betritt sie ein Feld neuer Möglichkeiten. Weisheit, Perspektivvielfalt und neue Handlungsspielräume eröffnen sich.  Verlangsamung und Präsenz schaffen Raum in uns und lassen uns in Folge den Raum zwischen uns neu wahrnehmen. Dieser Zwischenraum ist gefüllt mit Informationen, Energie, Erfahrungen – wie ein subtiles soziales feines „Gewebe“, welches wir uns im Laufe unseres Lebens anziehen. Plötzlich ist es möglich, dass aus einer Gruppe von Individuen ein kohärenter Beziehungsraum wird, welcher größer und „mehr“ ist als die Summer der einzelnen Teile. Kollektive Intelligenz und Weisheit ist in so einem Feld nun erfahrbar, nutzbar und kann zum Ausdruck gebracht werden – durch Sprache, Bewegung im innen und außen.

Im Modul 4 unserer Social Architect Ausbildung erfahren Sie, wie wir uns kollektive Weisheit über neue Wir-Räume erschließen können. Das Modul 4 ist offen für all diejenigen, die ihre Kompetenzen in diesem transpersonalen Bereich erweitern wollen.

Unser Körper und Nervensystem als „Leseorgan“ und Kontakt zur Welt

Zusätzlich zum Raumbewusstsein, benötigen wir ein Lese- und Empfangsorgan – unser Nervensystem. Unser ganzes Sein, das Zusammenspiel unserer körperlichen Ebenen – physisch, emotional, mental, transpersonal – ist höchst intelligent und sensitiv. Es gibt nicht nur ein äußeres Internet, sondern auch ein subtiles „humanes Netz“.  Die Nutzung unseres „biologischen Computers“ können wir lernen bzw. wieder erlernen. Oft haben wir in unserer Kindheit unsere Empfindsamkeit und Aufnahmefähigkeit gegenüber der Welt reduziert. Viele Menschen haben sich im Laufe ihres Lebens dieses wertvolle „Lese- und Spürorgan“ zurückerobert. Meditation sowie heilsame und co-kreative Beziehungsräume mit Gleichgesinnten stärken und trainieren unsere Fähigkeit wahrzunehmen, Wissen jenseits unserer Kognition zu empfangen und zu generieren. Mit Hilfe unseres Nervensystems sind wir nun in der Lage, präzise Informationen zu empfangen, zu lesen.

Wie ist kollektive Intelligenz konkret erfahrbar?  Wofür benötigen wir sie?

Kollektiv intelligent sein ist sicherlich eine sehr individuelle Erfahrung und unser Nervensystem übersetzt entsprechend einzigartig.  Es gibt eine Reihe von Empfangskanälen, wie z.B. Körperwahrnehmung in Form eines neuen „Fühlbewussteins“,  Bewegungen und Bewegungsimpulse,  Emotionen, innere Bilder, plötzliche Einsichten. In mir entstehende Sätze oder Wörter sind Ausdrücke unserer intuitiven, ganzheitlichen, allverbundenen Intelligenz und Existenz. In einer zunehmend komplexen, vielschichtigen, uneindeutigen und unsicheren Welt ist dies ein uns allen zur Verfügung stehendes notwendiges Navigationssystem. Entscheidend und bemerkenswert ist, dass wir nur über die Anbindung an ein Feld kollektiv intelligent sind. Wir erleben dann oft unglaubliche Synchronizität von innerer Wissenserfahrung und -vermittlung und Begegnungen im Außen, die erstaunlich aufeinander abgestimmt sind.

(R)evolutionäre Praktiken ganzheitlicher Beziehung und Begegnung

Wie gesagt, der Raum zwischen uns ist nicht leer. Aufstellungstherapeuten sprechen vom wissenden Feld (knowing field). Der Evolutionstheoretiker Dr. Erwin Laszlo spricht in der Nondualitäts-Wissenschaft vom Akashic Field und dem allumfassenden universalen Bewusstsein, das mit Informationen angefüllt ist.

Gelebte Wir-Kultur erfährt ein extraordinäres Update, wenn wir alle Ebenen unseres Seins einbringen.  Jedoch erst das bewusste Gewahrsein des Raums selbst – zwischen uns, in uns, um uns – in der Begegnung vermag es, dass der einzelne sich gleichzeitig als vollständig und als Teil des Ganzen erfahren darf. Wir möchten Ihnen konkret die Transparente Kommunikation und den Bohmschen Dialog beispielhaft für neuartige Praktiken ganzheitlicher Begegnungs- und Beziehungsräume vorstellen.

http://www.integrale-lebenskunst.org/tl_files/pdf/Transparente_Kommunikation.pdf

https://lernende-organisationen.ch/dialog/

Autorin:  Christine Gerike

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