New Work meets Spiritualität, so der Name einer Podcast Serie, die von  Mandy Gardemin und Christina Korber ins Leben gerufen wurde. Beide sind Absolventinnen der Social Architect Ausbildung und Gründerinnen der Organisation „Lime and Paper“.  Im Rahmen ihrer Podcast Interviews haben Sie mich eingeladen auf Fragen einzugehen wie:

  • Was sind Higher We Spaces und wie können sie die moderne Arbeitswelt und Leadership neu gestalten?
  • Wo gibt es eine Verbindung zwischen Spiritualität und der modernen Arbeitswelt? Warum ist gerade diese spirituelle Dimension im New Work-Kontext so bedeutend?
  • Welche konkreten Vorteile können die Higher We-Spaces für Unternehmen bringen?

Im Podcast gehen wir auf diese Punkte ein und diskutieren, wie sich Machtstrukturen in Higher We-Spaces wandeln und welche positiven Auswirkungen das auf Führung und Zusammenarbeit hat.

Der folgende Beitrag  ist ein Auszug aus dem Podcast und fokussiert auf das Potenzial von Spiritualität in derArbeitswelt.

Wie verstehen wir Spiritualität?

Ein zentraler Aspekt von Spiritualität ist das Erahnen bzw. Erkennen, dass wir mehr sind als die Summe unserer emotionalen, körperlichen und kognitiven Dimensionen (Ego-Bewusstsein). Die Berührung mit diesem „es gibt etwas darüber hinaus“ haben die meisten Menschen mindestens schon einmal in ihrem Leben erfahren. Es sind diese besonderen Momente, wo wir tief berührt sind, und erfahren bzw. erspüren, es gibt etwas Größeres, wovon ich Teil bin, und was über mich hinausgeht.

Diese Erfahrungen finden in vielen Kontexten statt, es kann in der Verbindung mit der Natur oder mit Tieren geschehen, in Begegnungen mit unseren Mitmenschen oder wenn wir etwas Besonderes erschaffen haben. Es stellt sich ein Gefühl der Ehrfurcht und des Staunens ein, wir erfahren eine Kraft, welche wir oft nicht erklären oder benennen können, die uns durchdringt, uns erhebt, wir empfinden eine bedingungslose Freude. Manche beschreiben es als magischen Moment.

Warum Spiritualität im Arbeitskontext?

Im Arbeitskontext öffnet das Erkennen dieser Anbindung zum Größeren den Zugang zu einem erweiterten Potenzial, das sich durch kreativere und vielfältigere Denk- und Handlungsoptionen auszeichnet. Gerade in Gruppen und Teams bringt diese zusätzliche Dimension unseres Seins die Qualität der Interaktionen auf eine völlig neue Stufe. Wir machen die Erfahrung,  dass wir durch diese subtile Energie miteinander verbunden sind, jenseits von unseren Rollen, Funktionen, Aufgaben und deren unterschiedlichen Ausrichtungen. Wir erkennen, dass es jenseits von uns als Individuen eine kollektive Weisheit gibt, welche sich durch die Einzelnen und die Gruppe manifestieren will.

Die erweiterte Perspektive ermöglicht, dass alle Talente, Kompetenzen, Rollen kraftvoller in Synergie gebracht werden und empfundene Konkurrenz und Kämpfe um die bessere Position aufgelöst werden. Die Zusammenarbeit wird leichter, freudvoller, wirksamer. Wenn sich diese Qualität im sozialen Feld zeigt, dann erfahren wir, was „higher we-spaces“ sind.

Higher We-Space im Kontext von New Work

Das Konzept New Work würde an Wirkung und Kraft gewinnen, wenn es sich für die spirituelle Dimension und deren Potenzial im Kontext von Organisationen bzw. Projekten öffnen würde, und wenn es bewusst Wege beschreibt, wie Spiritualität als Gestaltungselement integriert und genutzt werden kann. Hierzu gehört auch das Entwickeln und Praktizieren von Ansätzen, Methoden, welche solche „Higher we-spaces“  ermöglichen.

Wie könnten erste Schritte aussehen?

Ein erster Schritt wäre es, diese Dimension erstmal als eine Potentialität (an) zu erkennen, sonst können wir sie nicht nutzen. Dann brauchen wir die die Bereitschaft und die Neugier, sich auf eine Erfahrung der kollektiven Weisheit  einzulassen.

Wir benötigen auch Methoden, die helfen den Prozess zu gestalten, wie z.B. den 1U-Prozess. Wir können mit dem Üben von empathischem Zuhören beginnen, was schon an sich für viele im traditionellen und modernen Umfeld eine große Herausforderung ist. Was bewegt die anderen, was denken und fühlen sie? Wir nehmen die Perspektive der anderen ein und haben ein aufrichtiges Interesse, deren Position und Beweggründe zu verstehen, ohne zu bewerten.

Das Praktizieren vom empathischen Zuhören öffnet für die nächste Stufe: den generativen Dialog. Diese besondere Form des Dialogs – „der Zukunft lauschen“-  ist ein Tor zum Higher we-Space. Dabei gründet unsere Haltung  nicht mehr auf Verstehen und Fühlen, sondern auf einem Raum des Nicht-Wissens, der radikalen Offenheit für das, was sich zeigen will. Wir erweitern unseren Innenraum und laden die kollektive Weisheit ein sich durch uns zu manifestieren und sichtbar zu werden. Wenn es uns gelingt, stellen alle Beteiligten im Prozess fest, dass etwas mühelos entsteht, was wir vorher so nicht hätten denken bzw. vorhersehen können.

Welche Voraussetzungen es noch braucht, wie z.B. ein Auseinandersetzen mit der Rolle des Ego-Bewusstseins und unserem Verhältnis zur Macht, erfahren Sie hier im Podcast.

Claudine Villemot-Kienzle

(1) https://presencinginstitute.org/about/

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